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Das Münchner Kabinett verwahrt über 300 Vorzeichnungen für Schweizer Glasgemälde, sog. Scheibenrisse. Nach Karlsruhe (Kunsthalle) und zusammen mit Berlin (Kunstbibliothek) ist dies der bedeutendste einschlägige Bestand in Deutschland. Die Blätter stammen insbesondere aus dem späten 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es finden sich darunter Meisterzeichnungen etwa von Urs Graf, Tobias Stimmer, Daniel Lindtmayer oder Christoph Murer.

Schweizer "Scheiben" sind als Ausdruck selbstbewusst-demokratischer Gesinnung vor dem Hintergrund des Gemeinwesens der Schweizer Eidgenossenschaft kulturhistorisch zu verorten. Gestiftete Glasgemälde konnten Herrschaftsverhältnisse, Bündnisse oder Ämterbesetzungen, aber auch Ehe-Allianzen und persönliche Freundschaften repräsentieren. Der Bestandskatalog befasst sich daher neben künstlerischen Aspekten mit soziologischen, interdisziplinär zu betreibenden Fragestelllungen

Die überwiegend großformatigen Blätter tragen zumeist signifikante Wasserzeichen. In Arbeit ist ein nach Städten und einzelnen Papiermühlen vollständig in Originalgröße illustrierter Wasserzeichenkatalog.

Das Projekt wird unterstützt von der Ernst von Siemens Kunststiftung (Restaurierung der Zeichnungen).


Hans Brand
Scheibenriss mit unbekanntem Wappen,
von vornehmer Schildhalterin begleitet, im Oberlicht Rückkehr von der Arbeit und gesellige Runde im Wirtshaus
(Ausschnitt, Feder in Schwarz, braun laviert, um 1576/77)